Wir haben einen Blick auf die Anonymous-Liste mit angeblichen KKK-Mitgliedern werfen können

Foto: Vincente Diamante | Flickr | CC BY-SA 2.0

Gegen Ende des letzten Monats hatten Mitglieder des Hacktivisten-Kollektivs Anonymous angekündigt, am 5. November eine Liste mit den Klarnamen von Ku Klux Klan-Mitgliedern zu veröffentlichen. Diese Woche haben mir diese Mitglieder dann die Liste zukommen lassen und nachdem ich die Daten analysiert und mehr als ein Dutzend Klanmitglieder dazu befragt habe, scheint sie größtenteils korrekt zu sein. Die Liste enthält allerdings auch einige Fehler, unter anderem sind Personen aufgelistet, die in keinem Zusammenhang mit irgendeiner Gruppierung des Klans stehen.

Die Anonymous-Mitglieder, die ihre echten Namen nicht nennen wollen, hatten die Liste über einen Zeitraum von mehreren Monaten zusammengetragen, indem sie sich als Sympathisanten der Rassisten ausgegeben und die Social-Media-Seiten des Klans infiltriert hatten. Im Anschluss verbrachten sie mehrere Tage damit, die Liste zu bereinigen und auf den neusten Stand zu bringen, um so viele Fehler wie möglich auszumerzen. Aufgrund meiner Berichterstattung über den Klan in der Vergangenheit war Anonymous bereit, mir die Liste zukommen zu lassen.

Bei den meisten der mehr als 500 Namen, die Donnerstag veröffentlicht worden sind, handelt es sich mehr um Internet-Pseudonyme als um Klarnamen und laut den Anonymous-Mitgliedern, die die Informationen zusammengestellt haben, sind weder Telefonnummern, Adressen noch andere personenbezogene Informationen enthalten.

Es finden sich auch keine Namen von berühmten Personen, wie zum Beispiel Politikern, in der Liste. Auf einer weiteren Liste, die mit der aktuellen allerdings in keinem Zusammenhang steht und deren Echtheit angezweifelt wird, waren zu Beginn dieser Woche fälschlicherweise mehrere Politiker als Klanmitglieder geoutet worden. Obwohl der Leak auch Anonymous zugesprochen worden war, sagt die Gruppierung hinter der aktuellen Liste, dass sie mit dem anderen Leak nichts zu tun habe—außerdem hätten sie ihre eigenen Informationen sehr gut beschützt.

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„Fünf Menschen, du und ich inklusive, haben bislang unsere Liste gesehen. Ich bin abgesehen von dir der einzige, der physisch im Besitz der Liste ist. Selbst die, mit denen ich zusammenarbeite, besitzen keine Kopie“, sagte mir eine Person, die „West“ genannt werden wollte, am Mittwoch.

Laut West war die Liste durch „verschiedene Methoden der Datenerfassung —man könnte es auch Spionage nennen. Wir haben uns als rassistische Arschlöcher ausgegeben und so versucht, die Social-Media-Accounts von KKK-Mitgliedern und anderen rassistischen Extremisten zu infiltrieren.“

Ku-Klux-Klan-Mitglieder, die ich daraufhin diese Woche kontaktiert hatte, bestätigten mir zwar, dass viele der Namen akkurat seien, jedoch würde es sich bei den meisten davon um Pseudonyme handeln und die Veröffentlichung der Daten dementsprechend auch nicht ihrer Organisation schaden.

„Es wird definitiv zu keinem Massenexodus im Klan führen“, sagte Frank Ancona, der Imperial Wizard der Traditionalist Knights of the Ku Klux Klan. Sein Name, wie auch die von weiteren Mitgliedern seiner Klan-Gruppe werden in dem Anonymous-Leak genannt. „Ich wurde von keinem einzigen Mitglied kontaktiert, das wegen der Veröffentlichung besorgt war. Sie wird etwas positive Publicity über die Klan-Mitgliedschaft verbreiten.“

Ancona sagte auch, dass er in den letzten Tagen Tausende neuer Twitter-Follower bekommen hat. Außerdem habe es in den letzten 24 Stunden zwei aufeinander abgestimmte Hacker-Angriffe auf die Webseite seiner Gruppierung gegeben.

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„Der KKK ist Teil einer wichtigen kulturellen Landschaft und Geschichte der Vereinigten Staaten“, sagten die Anonymous-Mitglieder in einem der Liste beigelegten Statement. „In der Realität trägt Rassismus jedoch meisten KEINE Kapuzen, aber durchdringt unsere Kultur auf jeder Ebene. Ein Grund, warum wir den Individuen die Kapuzen vom Kopf genommen haben, war nicht ihre Identität, sondern wegen dem, was die Kapuzen in unserer Gesellschaft symbolisieren.“

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von
NewsRaider.de

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